Qualität und Schnäppchen in einem

Designermode im Fabrikstore Blacky Dress und Jean Paul

Von Katja Fischer

Der Mann an der Cafébar gegenüber den Umkleidekabinen ist fest entschlossen durchzuhalten. Eben führte ihm seine Frau das sechste Kleid vor. Rot ist nicht schlecht, denkt er. Dann rät er diplomatisch: "Probier' doch mal das grüne."
"Wenn zwei Freundinnen sich gemeinsam bei uns umschauen, kann es schon mal drei Stunden dauern, bis sie wieder gehen. Natürlich jede mit großen Einkaufstüten in der Hand", sagt Shop-Leiterin Gabriele Fischer. Die Mode der Berliner Firma Frank Henke, die unter den Marken Blacky Dress und Jean Paul verkauft wird, ist etwas für Anspruchsvolle. Sie ist normalerweise vorwiegend in Nobelboutiquen in München, Hamburg oder Düsseldorf zu haben. Die Berliner können ihren Heimvorteil nutzen. Im Fabrikstore am Salzufer 14 bekommen sie die aktuellen Kollektionen mindestens ein Drittel günstiger als im Einzelhandel.Gabriele Fischer will die Kundinnen trotz der Fabrikatmosphäre verwöhnen. "Wir hängen die Kollektionen so, daß die Teile kombinierbar sind. Röcke, Jacken, Kleider, Blusen, Pullover, Mäntel passen zueinander, sowohl in den Farben als auch in den Stoffarten." Die sechs Verkäuferinnen hätten den Ehrgeiz, den Einkauf zum Erlebnis zu machen. Die Kundinnen wüßten das zu schätzen. "Viele kommen schon seit Jahren immer wieder, um sich für die nächste Saison neu einzukleiden." Business- und citylike ist die Mode im Fabrikstore. Von der Studentin bis zur Managerin - für jeden Geschmack läßt sich etwas finden. "Hier kann ich mich auf die Qualität verlassen und auch noch ein Schnäppchen machen", sagt eine Stammkundin. Trotz des etwas abgelegenen Standortes ist der Laden an diesem Nachmittag gut besucht. Noch liegt die Hitze der vergangenen Tage in der Luft, aber die gut dreißig Frauen, die in der Halle unterwegs sind, lassen sich davon nicht beeindrucken. "Die Kaufhäuser haben zwar Klimaanlagen, aber nicht so günstige Preise", argumentiert Sibylle Weinert. Die Studentin trägt gleich fünf Teile zur Umkleidekabine: Leichte beigefarbene Sommerhosen von Jean Paul für 69,90 DM, Pullover derselben Marke in beige und hellblau für 59,90 DM, schwarze T-Shirts mit Gürtel von Blacky Dress für 29,90 DM und ein dunkelblaues Jacket. "Damit kann ich mich überall sehen lassen, im Hörsaal und beim Vorstellungsgespräch. Und das neue Outfit ist auch für eine Studentin mit
630-Mark-Job erschwinglich.""Unsere Kunden kommen aus Berlin und dem Umland. Aber auch Touristen, die die Marken aus ihrer Heimat kennen, schauen beim Fabrikverkauf vorbei und nutzen die günstige Gelegenheit, ihre Garderobe zu komplettieren", erklärt Gabriele Fischer. Ganz gewiefte Schnäppchenjäger warten allerdings ab, bis im Sommerschlußverkauf die Preise noch einmal um gut die Hälfte reduziert werden. Am heutigen Montag geht's los. WELT-Tip: Gut sortierter Shop mit exklusiver Damenmode. Die Preise sind auch im Vergleich zu anderen Marken günstig. Ein Besuch lohnt vor allem zu Saisonbeginn. Dann sind die Kollektionen komplett und die Auswahl ist groß.

Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag von
12 bis 20 Uhr. Sonnabend von 10 bis 16 Uhr.Mit dem Pkw erreicht man den
Shop, indem man auf der Straße des 17. Juni bis zur Charlottenburger Brücke fährt und dort rechts in das Salzufer abbiegt. Oder: Mit dem 245er Bus bis Cauerstraße/Einsteinufer fahren. Dort sieht man dann schon die großen Hinweisschilder. Telefonkontakt: 030/399 030 88

 

Welt, 26. Juli 1999
 

[Schnäppchen ab Fabrik] [Sächsische Dessous in allen Größen] [Historische Schilderpresse] [Erntefrische Säfte aus der Kelterei Buchholz] [SchokoLaden Rausch] [Stoffe und Gardinen  in den Osramhöfen] [Herrenausstatter Becon] [Blacky Dress & Jean Paul] [Zierkerzenfabrik Ewald Schmidt] [FOB am Kurfürstendamm] [Italienische Mode] [Der Graue - Herrenausstatter] [Mode von Pyramid und Marc Cain]