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Best zeigt auch im Internet Flagge
Berliner Stoffdruckerei produziert Fahnen für jede Gelegenheit
Von Uta Alexander
Alfred Wagner ist zufrieden. Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum der Gartenkolonie Sonntagsfreude sind die grün-weißen Fahnen fertig geworden. Der 1. Vorsitzende der Kolonie "Britzer Wiesen" will sie den Gartenfreunden von der Nachbaranlage schenken. "Ich habe sie bei Best bestellt. Unsere eigenen stammen auch von dort, und die halten jetzt schon vier Jahre, obwohl sie Wind und Wetter ausgesetzt sind", sagt Wagner. Die Kundschaft der Berliner Stoffdruckerei (Best) ist bunt gemischt. Autohäuser, Tankstellen, Baumärkte und Warenhäuser gehören ebenso dazu wie Parteien, Regierungen, Vereine und Privatleute. Die Firma fertigt Flaggen, Banner, Wimpel, Spannbänder, Transparente und Fahnentücher für die vielfältigsten Anlässe. Eine Besonderheit: Best ist Lieferant für sämtliche Staatsbesuche in der Bundesrepublik. Deshalb hält sie ein großes Lager mit den gängigsten Landesflaggen vor. 30 Prozent ihrer Gesamtproduktion entfallen auf Staats- und Nationalflaggen. Die werden innerhalb von 24 Stunden geliefert.Den weitaus größeren Teil der Produktion machen jedoch Werbeaufträge für Feste, Messen, Kongresse, Firmenpräsentationen oder Sportveranstaltungen aus. Die von den Brüdern Andreas und Stephan Geitel geleitete Firma kann auf eine 80-jährige Tradition zurückblicken. In dieser Zeit hat die Fahne als Werbeträger nichts an Attraktivität eingebüßt. "Sie wirkt immer dynamisch und weckt Aufmerksamkeit", sagt Stephan Geitel. In der modernen 1992 in Betrieb genommenen Siebdruckerei in der Buckower Christian-Henkel-Straße ist man für alle Aufträge bestens gerüstet. Spätestens zwölf Tage nach der Bestellung hat der Kunde seine Ware auf dem Tisch, egal, wie kompliziert oder bunt die Vorlage auch sein mag. Herzstück des Betriebes ist die Farbküche, wo aus 16.000 Nuancen immer der richtige Ton bestimmt wird. "Nicht ganz einfach, denn die Farben wirken im Kunstlicht anders als bei Tageslicht und auf Stoff anders als auf Papier", sagt Service-Chefin Gabriele Baans. Das alles gehöre zum Know-how der erfahrenen Farbmischer. Seit Anfang dieses Jahres erleichtert ein automatisches Farbmischwerk ihre Arbeit. Per Computer wird die Farbe ausgewählt und in der nötigen Menge bereitgestellt. "Wir arbeiten ausschließlich mit Naturstoffen", so die Serviceleiterin. Farbreste würden am Ende zusammengekippt, daraus entstehe die Farbe Schwarz.Besondere Stärke der Berliner ist der Siebdruck. Grafiker, Schablonenhersteller, Belichter und Drucker liefern höchste Präzision. Sie wagen sich auch an Superlative wie die 6 x 10 Meter große Deutschlandfahne, die zur Einheitsfeier auf dem Reichstag wehte. Anders als beim digitalen Druck dringt beim Siebdruck die Farbe auch auf die Stoffrückseite durch. So sehen die Fahnen, wenn sie im Wind flattern, von beiden Seiten gleich gut aus. Qualität und Kundenservice überzeugen Auftraggeber im In- und Ausland. Konfektioniert, verpackt und versendet wird die Ware dann in der Weddinger Nordbahnstraße, dem älteren der beiden Best-Firmensitze. Die Berliner Stoffdruckerei, einer von nur vier industriemäßig produzierenden Fahnenherstellern in Deutschland, hat bereits ein großes internationales Absatzgebiet. Der Jahresumsatz beträgt rund 20 Mio. DM. In Druckerei, Näherei und Versand sind 100 Mitarbeiter beschäftigt. Mit ihrem virtuellen Flaggenshop im Internet gehen die Berliner nun noch direkter auf ihre Kunden in aller Welt zu. "Alle unsere Produkte und Leistungen sind detailliert und übersichtlich aufgeführt. Man kann sie per Mausklick ordern", sagt Gabriele Baans. "Aber auch ganz individuelle Wünsche erfüllen wir gern. Erst kürzlich bestellte eine Frau aus Amerika eine Fahne mit ihrem Familienwappen per E-Mail bei uns."
Welt, 23. Juli 2001
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