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Fondskauf an der Börse – Interessante Alternative für versierte Anleger
Von ddp/djn-Korrespondent Reiner Fischer
Frankfurt am Main. An der Börse werden nicht nur Aktien gehandelt. Anleger können dort auch direkt Fondsanteile kaufen. Die Deutsche Börse in Frankfurt sowie einige Regionalbanken bieten diesen Service an. Doch davon wird noch wenig Gebrauch gemacht. Die meisten Verbraucher kaufen Fonds weiter wie gewohnt bei ihrer Hausbank, bei Fondsgesellschaften oder Discoutbrokern.
Dabei hat der direkte Börsenhandel für Privatanleger durchaus seine Vorteile. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) verweist darauf, dass der Fondskauf über die Börse für den Kunden billiger ist, weil kein Ausgabeaufschlag anfällt wie bei den anderen Vertriebswegen. Es gibt auch keine Mindestanlagesumme. Wie beim Aktiengeschäft können Anleger an den Börsen laufend Fondsanteile aufgeben und sich mit Limits und Stop-Marken gegen schwankende Preise wappnen. Bei Banken und Fondsvermittlern wird nur einmal am Tag ein Kurs festgelegt.
Allerdings ist der Fondskauf an der Börse nicht für jeden Anleger geeignet. Die Stiftung Warentest macht darauf aufmerksam, dass zwar der Ausgabeaufschlag entfällt, dafür aber andere Kosten anfallen. Börsenmakler verlangen Gebühren, Banken berechnen Ordergebühren. Wenn Anleger ihre Anteile später wieder verkaufen, werden die Gebühren erneut fällig.
Es ist also wichtig genau abzuwägen, ob sich der Fondskauf an der Börse im Einzelfall lohnt. Die Gebühren für den Börsenhandel schwanken stark von Bank zu Bank. In der Regel muss die Anlagesumme recht hoch sein, damit sich ein Fondshandel über die Börse wirklich rechnet, so die DSW.
Anleger, die sich für einen Fondskauf an der Börse interessieren, sollten ihre Bank darauf ansprechen. Denn von sich aus empfehlen Geldinstitute diese Möglichkeit nicht gern, weil sie weiter von den Ausgabeaufschlägen profitieren möchten. Der Fondskauf über die Börse ist für sie dagegen wenig attraktiv.
Kunden, die sich wenig mit Fonds auskennen, sollten jedoch lieber einen Vertriebsweg nutzen, bei dem sie Beratung bekommen. Das ist in erster Linie die Hausbank. Doch der Service dort hat seinen Preis. Die Banken berechnen meist die regulären Ausgabeaufschläge und empfehlen gern ihre hauseigenen Fonds. Das müssen nicht immer die besten sein.
Wenig oder keine Beratung können Kunden von Fondsgesellschaften und Discountbrokern erwarten. Freie Fondsberater oder Fondsshops leben von den Provisionen der Fondsgesellschaften, deren Produkte sie verkaufen. Ihre Beratung ist also alles andere als unabhängig. Aber sie geben mitunter Teile des Ausgabeaufschlages als Rabatt an Anleger ab.
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