Für ganz besonders vorsichtige Anleger:
Garantiezertifikate mit Vollkaskoschutz


Von ddp/djn-Korrespondent Reiner Fischer

An der Börse investieren und trotzdem auf Nummer Sicher gehen– dieser Gedanke hat für deutsche Anleger einen großen Reiz. Und die Banken stellen sich darauf ein. Sie entwickeln immer neue so genannte Garantiezertifikate, bei denen der Kunde sein eingezahltes Kapital auf jeden Fall zurückbekommt. Gleichzeitig werden hohe Wertsteigerungen in Aussicht gestellt.

Mit klagvollen Namenskreationen wie Garant-Zertifikat, Vollkasko-Zertifikat oder Lock-in-Garantieanleihe werben die Geldhäuser um ihre Kunden. Die nehmen das Angebot dankbar an. Finanzexperten gehen davon aus, dass heute jedes zweite in Deutschland verkaufte Zertifikat ein Garantiezertifikat ist.

Garantiezertifikate beziehen sich auf den Basiswert einer Auswahl von Aktien oder auf einen Index wie zum Beispiel den DAX. Die Bank investiert in zwei Komponenten, eine Nullkupon-Anleihe und eine Kaufoption. Der Nennwert und der Ertrag der Anleihe sichern dabei den Kapitalerhalt zum Ende der Laufzeit des Zertifikats. Die Kaufoption sorgt für einen Zusatzertrag, wenn die Aktien oder der Index steigen, auf die sich das Zertifikat bezieht.

Wie stark der Anleger von einer positiven Entwicklung des Basiswertes profitiert, hängt von der Partizipationsrate ab. Einige Zertifikate beteiligen die Anleger zu 100 Prozent an den Kursgewinnen, bei anderen liegt die Partizipationsrate nur bei etwa 70 Prozent. Hier lohnt es sich also, genauer hinzuschauen.
 
Garantiezertifikate laufen in der Regel über fünf bis sieben Jahre. Durchhaltevermögen ist also gefragt. Anleger können die Papiere aber auch schon vorher verkaufen. Dann müssen sie allerdings mit Verlusten rechnen, wenn sie während der Laufzeit unter den Ausgabepreis fallen. Erst am Ende der Laufzeit ist die hundertprozentige Rückzahlung des Kapitals sicher gestellt.

Diese Sicherheit hat natürlich ihren Preis. Viel mehr als Sparbuchrenditen lassen sich mit den meisten Garantiezertifikaten nicht erzielen. Es gibt Papiere mit und ohne Mindestverzinsung. Die aktuelle Mindestverzinsung liegt bei 1 bis 1,5 Prozent, erreicht also noch nicht einmal die Rendite von Tagesgeldkonten. 

Die Stiftung Warentest hält Garantiezertifikate deshalb nicht für empfehlenswert. Die Garantie sei einfach zu teuer erkauft.

Dazu kommen steuerliche Nachteile. Da Garantiezertifikate als Finanzinnovation gelten, sind die Erträge voll steuerpflichtig. Die Spekulationsfrist von einem Jahr gilt für sie nicht. Die Gewinne werden wie Zinseinkünfte betrachtet. Damit sind Garantiezertifikate steuerlich viel ungünstiger als normale Investmentfonds.

Es gilt also, genau abzuwägen, ob Garantiezertifikate derzeit eine sinnvolle Geldanlage sind. Auch konservative Anleger finden auf dem Markt andere sichere, aber renditestärkere Produkte, wie zum Beispiel Anleihen oder Rentenfonds Euro, so die Stiftung Warentest.

 
 

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