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Vorsicht bei hohen Renditeversprechen – Schwarze Schafe auf dem Grauen Kapitalmarkt
Von ddp/djn-Korrespondent Reiner Fischer
Berlin. Sicherheitsorientierte Anleger sollten die Finger von Produkten auf dem so genannten Grauen Kapitalmarkt lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie ihr Geld vollständig verlieren, warnt das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS).
Gerade in Zeiten mit einem niedrigen Zinsniveau gehen Anleger häufig auf vermeintlich lukrativere Produkte auf dem nicht staatlich überwachten Grauen Kapitalmarkt ein, der höhere Gewinne verspricht. Typische Offerten sind stille Beteiligungen, Warentermingeschäfte, Geschäfte mit Bankgarantien und in letzter Zeit verstärkt Unternehmensanleihen und Genussscheine. Bei allen werden Renditen avisiert, die über dem üblichen Marktniveau liegen.
Das Institut beobachtet, dass aktuell vor allem Neuemissionen von Unternehmensanleihen unter den Produktbezeichnungen Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen auf den Markt kommen. Häufig handelt es sich dabei um völlig unbekannte Initiatoren, die es auf unerfahrene Kleinanleger abgesehen haben. Vielen Anlegern sei gar nicht bewusst, dass eine Unternehmensanleihe ein Privatdarlehen an eine fremde Firma ist. Wenn sie nach Ablauf der Laufzeit ihr Geld wieder zurück haben möchten, sind sie darauf angewiesen, dass der Schuldner sein Versprechen hält. In vielen Fällen sei das aber nicht der Fall, so das DIAS.
Um Verbraucher vor finanziellen Schäden zu bewahren, hat das DIAS eine Checkliste zum Schutz vor unseriösen Geldangeboten erarbeitet. Sie ist im Internet unter www.dias-ev.de abrufbar.
Vorsicht ist vor allem dann angebracht, wenn die Finanzprodukte unaufgefordert am Telefon offeriert werden. Bei solchen Anrufen sollte man immer gleich den Hörer auflegen.
Die Anlegerschützer beobachten auch, dass bereits zum Opfer gewordene Kunden ihre Verwandten und Bekannten überreden, auch in das Produkt einzusteigen. Hier ist gesundes Misstrauen angebracht.
Bei Geldanlagen sollte man sich lieber nicht auf heiße Tipps verlassen, sondern klar denken. Dazu gehört, die Renditeversprechen genau zu prüfen. Als Maßstab empfiehlt das DIAS die aktuelle Verzinsung von zehnjährigen Bundesanleihen. Liegt die versprochene Rendite wesentlich höher so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass es sich um eine spekulative Anlage handelt, bei der der Teil- oder Totalverlust des Kapitals droht.
Wichtig ist es, vor Abschluss des Vertrages zu prüfen, wer eigentlich der Anbieter ist und wo die Firma ihren Sitz hat. Auf den Grauen Kapitalmarkt tummeln sich viele schwarze Schafe. Vorsicht ist geboten, wenn die Firma neu ist und noch nicht ins Handelsregister eingetragen ist. Aber der fehlende Eintrag allein ist noch kein Indiz. Auch unseriöse Firmen sind im Handelsregister eingetragen.
Oft setzen Finanzvermittler ihre Kunden unter Zeitdruck. Das ist ein Warnsignal. Seriöse Anbieter haben Geduld. Sie wollen ihre Kunden längerfristig behalten. Bei unseriösen Vermittlern geht es nur darum, so schnell wie möglich viel Geld aus einem Kunden herauszupressen und dann zu verschwinden.
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