Sicheres Gefühl im Urlaub –
Haushüter kümmern sich derweil ums Eigenheim


Von ddp/djn-Korrespondent Reiner Fischer

Münster. Bei längerer Anwesenheit, zum Beispiel im Urlaub, während einer Kur oder Geschäftsreise sollten Wohnhäuser nicht leer stehen. Vorübergehend unbewohnte Gebäude sind geradezu eine Einladung für Einbrecher. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, die Häuser während der Reise von anderen Menschen bewohnen zu lassen. Das können Nachbarn oder Freunde sein. Oder aber professionelle Haushüter. Diese Dienstleistung, die in den 70er Jahren in Amerika entstand, hat sich seit der 80er Jahren auch in Deutschland etabliert.

Hauhüter betreuen das ihnen anvertraute Haus so, als sei der Eigentümer selbst daheim. Sie leben dort, nehmen die Post entgegen, gießen die Blumen, sprengen den Rasen, leiten wichtige Anrufe weiter. Auf Wunsch versorgen sie Haustiere und kümmern sich daheim gebliebene Angehörige. Der Verband Deutscher Haushüter-Agenturen vermittelt diese Dienstleistung bundesweit.

Zu den Aufgaben der Haushüter gehört auch die Abwendung von Schäden. In Notfällen leiten sie die ersten Hilfemaßnahmen ein, benachrichtigen, je nach Sachlage, die Polizei, Feuerwehr, den Tierarzt oder einen Handwerker.

Ein wichtiger Vorteil der professionellen Dienstleistung. Das Haus ist den ganzen Tag über bewohnt. Das schreckt potenzielle Eindringlinge ab. Die Dienstanweisung für Haushüter sieht vor, dass sie das Grundstück nur drei Stunden am Tag sowie eine Stunde in der Dunkelheit verlassen dürfen. Einem Freund oder Nachbarn wäre so etwas als Gefälligkeit kaum zuzumuten.

Nach Angaben des Verbandes sind Haushüter lebenserfahrene, verantwortungsbewusste Senioren, die in der Regel auf 400-Euro-Basis arbeiten. Sie müssen ihre Zuverlässigkeit durch ein polizeiliches Führungszeugnis, Referenzen und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen nachweisen.

Eigenheimbesitzer sollten rechtzeitig vor ihrer Abreise mit einer Haushüter-Agentur Kontakt aufnehmen. Dann bleibt genügend Zeit, den richtigen Betreuer für das Zuhause zu finden. Der Kunde hat die Auswahl, ob er lieber eine Dame, einen Herren oder vielleicht ein Ehepaar in seinen vier Wänden haben möchte.

Falls im Haushalt etwas zu Bruch geht, ist der Eigentümer abgesichert. Denn die Haushüter-Agenturen schließen für ihre Mitarbeiter eine Betriebshaftpflicht- und eine Unfallversicherung ab.

Die professionelle Dienstleistung hat natürlich ihren Preis. Etwa 50 Euro kostet ein Haushüter pro Tag. Zusätzliche Aufwendungen wie etwa die Betreuung von Haustieren, Büroservice und Fahrtkosten werden extra berechnet.

Da Haushüten als haushaltsnahe Dienstleistung gelten, können Eigenheimbesitzer den Fiskus an den Kosten beteiligen. Die Aufwendungen können in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Liegen eine Rechnung und ein Zahlbeleg vor, zieht das Finanzamt 20 Prozent des Rechnungsbetrages, maximal jedoch 600 Euro, von der Steuerschuld ab.


 

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