Moderne Heizsysteme rechnen sich

Gastro hospiz Martha BHKW_klein

Von Katja Fischer

Die Energiepreise steigen, der Klimawandel schreitet fort – Gründe genug für viele Hoteliers und Gastronomen, ihr Haus umwelt- und energiefreundlicher zu führen. Oft wird aber nur an der Oberfläche etwas verändert. Energiesparlampen werden gekauft, die Heizungen tagsüber gedrosselt oder Wasser sparende Duschköpfe angeschafft. All das führt zwar kurzfristig zu gewissen Einsparungen, aber die größten Energiereserven hebt man damit nicht.

Energiesparen ist eine komplexe Managementaufgabe. Sie beginnt mit einer gründlichen Bestandsaufnahme. Nur wer den Heizenergie-, Strom- und Wasserverbrauch in seinem Haus genau beobachtet, kann angemessen reagieren. Mit Hilfe von Rechnungen lassen sich der Jahresverbrauch und dessen Kosten problemlos ermitteln. Besser ist es jedoch, monatlich die Zähler abzulesen, um Energiefresser schneller zu erkennen.

Auch das Gebäude sollte genau unter die Lupe genommen werden. Wie ist der bauliche Zustand? Reicht die Wärmedämmung aus? Ist die installierte Technik noch auf der Höhe der Zeit?

Schließlich gilt es zu überlegen, ob der Energielieferant immer noch die besten Konditionen anbietet. Vielleicht gibt es irgendwo inzwischen einen günstigeren Anbieter? Der Vergleich lohnt. Und ein Wechsel ist völlig unkompliziert möglich (www.verivox.de).

Energiefresser Heizung

Oft ergibt die Bestandsaufnahme, dass die Heizung ein großer Energieverbraucher ist. Umso wichtiger ist es, ein modernes umweltfreundliches Heizungssystem zu installieren, dass den Verbrauch für die nächsten Jahre im Zaum hält.

Verschiedene Heizungssysteme stehen dabei zur Wahl:

Ölheizung
Die Ölheizung war die klassische Heizung der vergangenen Jahrzehnte, weil Heizöl billig war. Aber heute, da Heizöl immer teurer wird, büßt sie an Attraktivität ein. Außerdem setzt sie relativ viele Luftschadstoffe und CO2 frei.

Gasheizung
Gasheizungen sind Platz sparend und ökologisch vorteilhafter als Ölheizungen. Sie werden immer beliebter. Steht kein Erdgasnetz zur Verfügung, können sie auch alternativ mit Flüssiggas betrieben werden.

Holzheizung
Die heutige Holzheizung hat mit den alten Holzöfen vergangener Zeiten nur noch den Brennstoff gemeinsam. Sie verfügt über effiziente Holzvergaserkessel. Für kleinere Heizungen unter 100 kW werden Stückholzkessel eingesetzt, in größeren automatische Holzhackschnitzelfeuerungen.
Wichtig für Betreiber von Holzheizungen ist, dass er kostengünstig an Brennholz herankommt und das auch lagern kann. Eine Alternative sind moderne Holzpelletsöfen.

Elektrische Wärmepumpe
Die Wärmepumpe entzieht dem Erdreich oder Grundwasser Wärme und bringt sie auf die erforderlichen Heiztemperaturen. Dazu ist aber ein zusätzlicher Energieaufwand nötig, der den Umwelteffekt rasch wieder zunichte macht. Sinnvoll können Wärmepumpen als Ergänzung zur konventionellen Heizung sein.

Blockheizkraftwerk
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht aus einem stationären Motor, der nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl elektrischen Strom als auch Wärme produziert. Die Effektivität von einem BHKW beruht auf der Nutzung der Abwärme, die in anderen Kraftwerken über das Kühlwasser ungenutzt in Flüsse geleitet wird. Der hohe Wirkungsgrad der Blockheizkraftwerke macht beträchtliche Energieeinsparungen möglich. Betrieben werden BHKW entweder mit Gas, Öl oder Holz (Holzvergasung), aber auch mit Raps-Methyl-Ester (RME). BHKW arbeiten im Gegensatz zur Solartechnik nicht nur mit regenerativen Energien, spielen aber eine wichtige Rolle im Rahmen der optimalen Nutzung fossiler Brennstoffe und der Energieeinsparung.

Förderung:
BHKW werden in Deutschland durch das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert. Netzbetreiber sind verpflichtet, eine BHKW-Anlage an ihr Stromnetz anzuschließen und den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom zu vergüten. Die Vergütung setzt sich zusammen aus dem Durchschnittspreis für Basislaststrom an der Leipziger Strombörse EEX, einem KWK-Zuschlag sowie den vermiedenen Netznutzungsgebühren für die Einspeisung in den unteren Spannungsebenen. Zur staatlichen Förderung gehören weiterhin auch Steuererleichterungen, wie z. B. die Erstattung der Energiesteuer für den eingesetzten Brennstoff.

Solaranlagen
Solaranlagen sind Systeme zur Umwandlung der Sonnenstrahlung in nutzbare Energie in Form von Wärme oder Elektrizität. Die wesentlichen Bestandteile einer thermischen Solaranlage sind der Kollektor, die Wärmeabnahmestelle (der Speicher) und die Regelung. Die wichtigsten Bauelemente von Photovoltaikanlagen sind die Solarzellen, die zu Solarmodulen oder Solarpaneelen zusammengeschlossen werden, und der Speicher (Akkumulator). Soll der produzierte Strom ins Netz eingespeist werden, geschieht dies durch einen Wechselrichter zur Umwandlung des Gleichstroms in spannungs- und phasengleichen Wechselstrom. Solaranlagen reduzieren den Bedarf an konventioneller Heizung um 50 Prozent und vermeiden damit ca. 170 Tonnen Co2-Ausstoß.

Förderung:
Solarstrom und Solarwärme werden von der Bundesregierung gefördert: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Abnahme und die Vergütung von ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Strom durch die Netzbetreiber.
Auch die einzelnen Bundesländer, Kommunen und die Europäischen Union fördern den Einsatz von Sonnenenergie, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.

Flüssiggas
Flüssiggas ist ein verdichtetes Naturgas. Im Vergleich zu anderen festen, flüssigen Brennstoffen sind die Abgaswerte bei Flüssiggas besonders niedrig. Schadstoffbildende Bestandteile wie Schwefel, Kohlenmonoxid sind im Flüssiggas nur in minimalen Spuren vorhanden.

Förderung:
Zur Finanzierung von betrieblichen Energieeinsparmaßnahmen stellt die KfW langfristige, zinsverbilligte Darlehen aus dem ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm sowie als Ergänzungsfinanzierung aus dem KfW-Umweltprogramm zur Verfügung. Informationen zu diesen Förderprogrammen unter www.kfw-foerderbank.de.

 

Heizkörper entlüften und Raumtemperatur einstellen

Unabhängig von der Wahl des Heizungssystems sollten Hoteliers den Heizkörpern in den Gästezimmern, Tagungsräumen und Restaurants große Aufmerksamkeit widmen. So lassen sich Energiereserven aufdecken.

Wichtig ist, die Heizkörper mindestens einmal im Jahr zu entlüften. Sonst besteht die Gefahr, dass das heiße Heizungswasser zurückfließt und die Wärmeabgabe beeinträchtigt wird. Die notwendigen Spezialschlüssel für die Heizkörperentlüftung bekommt man beim Energieversorger oder bei Energieberatungsstellen.

Auch der Standort der Heizkörper ist wesentlich. Sie sollten keinesfalls in Nischen an der Außenwand angebracht werden. Sind aber solche Nischen schon vorhanden, sollten sie nachträglich gedämmt werden.

Die zentrale Heizungsanlage regelt nur grob die Temperatur in den einzelnen Räumen. Mit Hilfe von Thermostatventilen, die an den Heizkörpern angebracht sind, kann die Temperatur genauer eingestellt werden. Thermostatventile bestehen aus einem Ventil und einem Thermostatkopf, in dem sich ein Temperaturfühler befindet. Dieser reagiert auf Temperaturschwankungen im Raum, zum Beispiel bei Sonneneinstrahlung. Bei den meisten Thermostatventilen entspricht die Einstellung zwischen 2 und 3 einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius.

 

Energiekampagne Gastgewerbe

Die Energiekampagne Gastgewerbe, die der DEHOGA Bundesverband und der Hotelverband Deutschland (IHA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium ins Leben gerufen haben, bietet Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Energiesparen. Dazu gehören der Versand von Informationsmaterial, die Bereitstellung verschiedener Merkblätter sowie Trainingsmaterialien für die Mitarbeiter. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Energie-Sparprogramm zum Protokollieren und Analysieren des eigenen Energieverbrauchs. Nützliche Programme wie ein Strom- und Gastarifrechner, ein Blockheizkraftwerk-Rechner sowie eine Förder- und Energieberaterdatenbank runden das Angebot ab. Interessierte Hoteliers und Gastronomen können sich direkt über die Internetseite www.energiekampagne-gastgewerbe.de anmelden.

 

Informationen im über Förderprogramme zum Energiesparen:

Deutsche Energie-Agentur
http://www.dena.de/

KfW Bankengruppe
http://www.kfw.de

Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch
http://www.asue.de/

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
http://www.bafa.de

BINE Informationsdienst
http://www.energiefoerderung.info/

 

Checkliste zum Energiesparen:

Für die Mitarbeiter:

- Alles abstellen, was abgestellt werden kann, zum Beispiel tagsüber die Beleuchtung, Küchengeräte, die nicht benötigt werden oder Heizungen in ungenutzten Zimmern.

- Stand-by vermeiden. Möglichst wenige Geräte im Stand-by-Betrieb halten. Entweder mit voller Leistung betreiben oder ausschalten.

- Lüftung reduzieren. Nur betreiben, wenn sie wirklich gebraucht wird.

- Küchengeräte sinnvoll nutzen. Herdplatten nur einschalten, wenn sie gebraucht werden. Deckel auf die Töpfe, damit wenig Wasser verdampft.

- Stromspitzen vermeiden. Große Energieverbraucher wie Spülgeräte und Waschmaschine nicht gleichzeitig betreiben.

- Verbrauch festhalten und mit dem vergangenen Jahr vergleichen. Große Abweichungen sofort untersuchen.

Für die Techniker:

- Bei geringem Heizbedarf die Dauer der Brennerlaufzeit prüfen.

- Mit der Absenkung der Heizleistung um 22 Uhr oder früher beginnen. Nur so kann die im Gebäude gespeicherte Wärme genutzt werden.

- Die Zirkulationspumpen für das Warmwasser mit einer Zeitschaltuhr takten, damit sie zwischen 22 und 6 Uhr nicht aktiv sind.

- Duschen mit 25 Liter Durchfluss durch solche mit 9 bis 12 Litern pro Minute ersetzen. Darauf achten, dass der Duschkomfort erhalten bleibt.

- Schaltuhren an Geräten anbringen, damit sie nur laufen, wenn sie sollen, z.B. Küchen- und Restaurantlüftung, Ventilatoren.

- Regelmäßig die Kondensator-Lamellen der Kälteanlagen reinigen.

- Stromsparende Lampen einsetzen.

- In Korridoren, Toiletten und Kühlräumen Lichtschalter durch Bewegungsmelder

 

 

Erfahrungen aus der Praxis 1

Wärme vom Dach

Hotel „Die Fabrik“ in Berlin Kreuzberg
Geschäftsführer Georg Krug

Alte Fabrik Hof_klein

Das Hotel „Die Fabrik“ ist in einem 1905 errichteten Fabrikgebäude untergebracht, in dem bis Anfang der 1990er Jahre Telefonanlagen gebaut wurden. Die Gäste, darunter viele Architekten, fühlen sich wohl in dem unverwechselbaren Ambiente des Gebäudes mit dicken Backsteinmauern und hohen Räumen mit preußischen Kuppeldecken.

Aber das ungewöhnliche Hotel in Berlin-Kreuzberg wirbt in seinem Prospekt und im Internet nicht nur mit seiner Historie, sondern mit moderner Technik. Die Dampfheizung aus grauer Vorzeit, die die Gäste früher morgens mit lautem Scheppern weckte, wurde 1999 durch eine moderne Niederdruckbrennwertheizung ersetzt. Eine auf dem Dach installierte Solaranlage mit Vakuumröhrenkollektoren sorgt zudem für eine effiziente und ökologische Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. In den Sommermonaten wird das Warmwasser ausschließlich von der Sonne erwärmt und in der Übergangszeit die überschüssige Solarenergie für Heizzwecke genutzt.

„Kein Gast kommt nur deshalb, weil wir moderne und umweltfreundliche Energietechnik haben. Aber sie passt zu unserem Gesamtkonzept und ist auch gut fürs Image“, sagt Georg Krug, der das Hotel gemeinsam mit Richard Seemann führt.

„1999 gab es in Berlin noch nicht sehr viele Dächer mit Solarkollektoren. Nur wenige Firmen kannten sich damit aus“, erinnert sich Georg Krug. Die Hoteliers suchten fachlichen Rat bei der Berliner Energieagentur. „Dort wurden wir umfassend über die technischen Möglichkeiten informiert und erfuhren auch, welche Fördermittel beantragt werden konnten“, erklärt Georg Krug. Für das Projekt gab es Fördermittel der EU, des Bundes und des Berliner Senats.

Inzwischen haben sich Investitionen in die Niederdruckbrennwertheizung und die Solaranlage fast schon amortisiert. Doch das Thema Energie und Umwelt ist für die Hoteliers trotzdem nicht erledigt. „Wir müssen immer dran bleiben. Schließlich sind etwa 15 Prozent unserer Betriebskosten Aufwendungen für Strom, Heizung und Warmwasser. Wir überlegen jetzt, ob wir die Gasheizung durch die günstigere und umweltfreundlichere Fernwärme ersetzen. Das wäre für uns kein großer Aufwand. Zum Glück sind ja damals beim Umbau die entsprechenden Anschlüsse an der Heizanlage gelegt worden.“

 

Erfahrungen aus der Praxis 2

Gutschrift vom Finanzamt

Hotel Kastanienhof Berlin
Geschäftsführer Uwe Hauptmann

Kastanienhof Außenansicht_klein

Der „Kastanienhof“ befindet sich in einem typischen Altberliner Mietshaus. Das macht auch sein besonderes Flair aus. Das 1992 eröffnete Hotel fügt sich nahtlos ein in die historischen Fassaden der Kastanienallee, die sich zu einer beliebten Flaniermeile entwickelt hat und viele Touristen anlockt. „Das Gebäude ist 150 Jahre alt. Wir wollen seine Geschichte lebendig halten, aber dem Gast modernsten Komfort bieten“, betont Geschäftsführer Uwe Hauptmann. Er führt das Haus, das seit jeher im Familienbesitz ist, gemeinsam mit seinem Vater Otto Hauptmann.

Als die Heizanlage vor ein paar Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, suchten sie nach einer nachhaltigen Lösung. „Wir hatten die Wahl, einen größeren Heizkessel zu kaufen oder ein Blockheizkraftwerk zu installieren. Das Blockheizkraftwerk war zwar teurer, aber für uns doch die bessere Lösung. Denn wir sparen damit nicht nur Energie, sondern produzieren auch eigenen Strom. Das 2003 eingebaute BHKW hat sich jetzt schon für uns amortisiert“, erklärt der Hotelier.

Die Dachs-Heiz-Kraft-Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator an, der elektrische Energie erzeugt. Die dadurch entstehende Wärme wird zu etwa 90 Prozent direkt in das Wärmenetz des Gebäudes eingespeist und dient zu Heizzwecken und zur Warmwasserbereitung. Die elektrische Leistung beträgt 5,5 kW, die thermische bis 12,5 kW. Die Anlage ist mit einer Schall- und Wärmeschutzkapsel ausgestattet. Der Schallschutzpegel in 1 Meter Abstand beträgt ca. 56 dB(A). „Es war uns besonders wichtig, dass die Anlage leise arbeitet, denn direkt darüber befinden sich Gästezimmer“, sagt Uwe Hauptmann. Außerdem profitiert die Umwelt von der neuen Technik. Das Blockheizkraftwerk spart jede Stunde drei Kilogramm CO2. Das sind bei unseren fast 30 000 Betriebsstunden 90 Tonnen eingespartes CO2.

Klimaschutz ist dem engagierten Hotelier wichtig. Und er bringt ihm auch finanziellen Gewinn. „Ich freue mich jedes Jahr über eine Gutschrift vom Finanzamt, das mir die Ökosteuer zurückzahlt. 2006 waren es immerhin 900 Euro“, sagt Uwe Hauptmann.

Er kontrolliert jeden Monat den Verbrauch an Gas, Wasser und Strom. Trotz vieler Sparmaßnahmen wie dem Einsatz von Energiesparlampen registriert er einen leicht, aber stetig wachsenden Verbrauch. „Die Ursache liegt im Hotelbetrieb mit seinen 37 Zimmern. Die Gäste werden anspruchvoller.“

Trotzdem will er gegensteuern. Um sicherzugehen, dass in seinem Haus keine Schwachstellen existieren, aus denen unkontrolliert Energie entweicht, ließ Uwe Hauptmann das ganze Hotel von einem Ingenieurbüro überprüfen. Es analysierte, wann am meisten Strom und Wasser verbraucht wird. So kann der Hotelier jetzt darauf Einfluss nehmen. Beruhigend für ihn ist, dass die dicken Mauern des alten Berliner Mietshauses die Wärme gut speichern. „Eine Wärmedämmung war nur an der straßenseitigen Fassade notwendig.“

 

Erfahrungen aus der Praxis 3

Umweltfreundliche Wärmeerzeugung mit BHKW

Hotel Martha Hospiz Dresden
Geschäftsführer Winfried Tilp

hospiz Martha Außenansicht_klein

Das Hotel Martha Hospiz ist die älteste Herberge Dresdens und feierte 1999 sein hundertjähriges Bestehen. Eigentümerin ist die Evangelische Kirche Dresden. Geschäftsführer Winfried Tilp leitet das Haus seit 1983. „Grundlegende Werte für uns sind Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“, erklärt er. „Deshalb achten wir besonders auf den Schutz der Umwelt. Wir verwenden im Hotel ausschließlich saisonale und regionale Produkte. Auch bei der Energieversorgung haben wir eine umweltfreundliche Lösung angestrebt.“

Am liebsten hätte Winfried Tilp seine Heizung mit Rapsöl betrieben. Aber das war aus Platzgründen nicht möglich. Gemeinsam mit einem Energieberater entschied er sich schließlich im vergangenen Jahr für ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk einer dänischen Firma. Das passt ohne Probleme in den Keller und versorgt das Hotel zuverlässig mit Strom und warmem Wasser für Duschen und Heizung.

Winfried Tilp ist zufrieden mit der wirtschaftlichen Leistung des BHKW. „Es verbraucht weniger Gas als die alte Anlage und erzeugt außerdem noch Strom. Der Strom, den wir nicht benötigen, wird ins Netz der DREWAG eingespeist und bringt uns 9 Cent pro Kilowattstunde.“

Die Heizungsbaufirma hat die Anlage so eingestellt, dass sie immer effizient und sparsam arbeitet. Das BHKW übernimmt die Grundlast der Wärme- und Warmwasserversorgung im Hotel. Zwei Erdgaskessel springen nur noch an, wenn die Leistung des BHKW nicht ausreichen sollte. Die geschickt installierte Kopplung von Kessel, BHKW und Warmwasserbereitung sorgt für maximale Laufzeiten. So ist sichergestellt, dass bei Wärmebedarf im Hotel auch gleichzeitig Strom erzeugt werden kann.

„Für mich ist das BHKW ein absoluter Gewinn“, sagt der Geschäftsführer. „Ich belaste die Umwelt weniger und brauche mich um die Technik nicht zu kümmern. Die läuft völlig automatisch und wird ferngewartet.“

Die Investition von insgesamt 43 000 Euro wird sich schon bald amortisieren. Ein Drittel der Summe steuerten die EU und der Freistaat Sachsen bei, die das Projekt förderten.

 

Gastronomie 12/2007

 

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