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Sparda-Bank auf Wachstumskurs
Konsequente Orientierung auf die Privatkunden zahlt sich langfristig aus
Von Reiner Fischer
Die deutsche Bankenbranche durchläuft eine ihrer schwersten Zeiten. Doch trotz Krise und Börsenflaute, es gibt Ausnahmen. Eine von ihnen ist die Sparda-Bank Berlin eG. Sie gehört zu den zehn größten genossenschaftlichen Kreditinstituten in Deutschland und ist seit Jahren auf Erfolgskurs. 2002 wuchs die Bilanzsumme um 379 Mio. Euro auf 3,74 Mrd. Euro, was ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis kletterte auf 16,5 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn betrug 4 Mio. Euro. Damit erzielte die Bank das beste Geschäftsergebnis ihrer Firmengeschichte. Soweit die nüchternen Zahlen. Doch weitaus interessanter ist, wie das Ergebnis zustande kam? Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Erfolgsstory ausschließlich in den neuen Bundesländern und Berlin geschrieben wird. Wo andere Kreditinstitute reihenweise Filialen schließen - allein auf dem Berliner Bankenmarkt verschwanden im vergangenen Jahr 28 Filialen - hat die Sparda-Bank den umgekehrten Weg eingeschlagen. Gegenwärtig sind es 450 000 Kunden, darunter 350 000 Genossenschaftsmitglieder, die der Bank ihr Vertrauen schenken. Sie eröffneten entweder ein Lohn-, Gehalts- oder Rentenkonto bzw. das verzinste Jugend-Girokonto. "Sie alle profitieren von den Vorteilen des gebührenfreien Girokontos mit kostenloser ec- und Kreditkarte. Es bildet das Rückgrat der Kunde-Bank-Beziehung", erklärt Vorstandsmitglied Klaus Eberhardt. Die günstigen Konditionen hätten sich inzwischen herumgesprochen. Denn im Vergleich mit anderen Kreditinstituten, die Gebühren erheben, spare der Kunde der Sparda-Bank pro Jahr bis zu über 100 Euro. Ein Vorteil, den auch die Stiftung Warentest in ihren alljährlichen Vergleichen der Kontoführung herausstellte. So ist es nicht verwunderlich, dass im vergangenen Jahr der Kundenstamm um 35 000 wuchs. Davon kam die Hälfte aus Berlin. Gemäß ihrem Motto "Freundlich und fair" setzt die Sparda-Bank in ihren 72 Filialen, darunter die neu eröffneten in Mitte am Potsdamer Platz und in Steglitz sowie demnächst in Tegel, ganz auf Kundennähe. "Unsere Genossenschaftsbank positioniert sich ganz klar als Vertriebsbank bzw. Filial- und Direktbank", hebt Eberhardt hervor. Dabei habe sich die Orientierung auf den Privatkunden ausgezahlt. "Heute können nur noch jene Kreditinstitute gute Zahlen aufweisen, die im Konsumentengeschäft stark sind", fügt er hinzu. Zur Unternehmensstrategie gehöre vor allem ein effizientes Kostenmanagement, eine unterdurchschnittliche Risikovorsorge sowie kräftige Zuwächse im Einlagen- und Provisionsgeschäft. Eine weitere Besonderheit bestehe darin, dass sämtliche Produkte der Berliner Sparda-Bank auch bei jeder der 13 anderen Sparda-Banken in Deutschland geordert werden können. "In Zukunft werden wir stärker als bisher auf Online-Dienstleistungen setzen, was unserem Vertriebsgebiet entgegenkommt", ergänzt das Vorstandsmitglied. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, sei bereits ein eigenes Call-Center in der Berliner Zentrale geschaffen worden, der SpardaDirektService. "Rund um die Uhr können Kunden die Bank für ihre Dienstleistungswünsche nicht nur per Sprachcomputer erreichen", fügt Klaus Eberhardt hinzu. 35 Mitarbeiter stünden im Schichtbetrieb für Informationen, Beratung und Verkauf zur Verfügung. Knapp 60 000 Kunden beteiligen sich bereits am Net-Banking. Im Monatsdurchschnitt würden über 100 000 Kundenanrufe eingehen. Tendenz steigend. Welt, 18. März 2003
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